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Thema: Durchschnittlichen Frequenzgang links/rechts angleichen ?

  1. #1
    Haudegen
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    Standard Durchschnittlichen Frequenzgang links/rechts angleichen ?

    Hallo!

    Spezielle Frage:
    Ich habe noch einige unbearbeitete RAW-WAVs von einigen Audio-Kassetten, die ich 2013 mal digitalisiert hatte.
    Das habe ich damals mit einem sehr guten Kenwood-Tapedeck an der Realtek ALC889-Soundkarte gemacht - als 96kHz/24-Bit RAW. Den Wiedergabe-Azimuth habe ich bei jedem Tape einzeln per Mono-Abhöre vorher justiert. (Originale existieren nicht mehr - insgesamt ist die Qualität sehr gut!)

    3 Dinge gibt's zu korrigieren:

    Pitch-Speed:
    Da nehme ich mir eine Referenz (bei Radio-Aufnahmen den 19kHz-Pilotton -> Audacity-Frequenzanalyse -> Export -> Excel -> Spitzenwert finden ... oder ein Musikstück aus digitaler Quelle als Zeit-Referenz), berechne einen Faktor, multipliziere den mit der Sampling-Rate und gebe die korrigierte Rate in Audacity an. Am Ende wird auf 44/16 resampled.

    Leichte Azimuth-Schwankungen:
    Hier lasse ich das Winamp-Plugin "Tape Restore Live" drüberlaufen - NUR mit der Azimuth-Funktion.

    Und jetzt kommts...

    L/R-Frequenzgangabweichungen:

    Ab und an ist einer der beiden Kanäle leicht lauter, und der Frequenzgang leicht abweichend voneinander (besonders auf Kopfhörer hörbar). Das liegt an den Bändern oder dem Aufnahme-Deck.
    Das ganze möchte ich NICHT (wie z.B. mit Tape Restore Live) "dynamisch" korrigieren, da es besonders bei Live-Aufnahmen durchaus konstante Unterschiede gibt!

    Beispiel: Live-Konzert aus dem Radio, dahinter noch Musik, Werbung und die Nachrichten... (die garantiert gleich sind!)

    Da würde ich gerne am Ende (Werbung, Nachrichten) eine Durchschnitts-Frequenzgang-Analyse Links/Rechts machen, und die Unterschiede auf die gesamte Aufnahme anwenden!

    Wie könnte man das lösen?
    Geändert von Gubel (15. March 2017 um 00:03 Uhr)

  2. #2
    Haudegen
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    Standard AW: Durchschnittlichen Frequenzgang links/rechts angleichen ?

    So...habe mal Audition installiert.

    Hier eine Beispiel-Frequenzanalyse über einen längeren Bereich wo man sieht was ich meine:



    ...hier sieht man, dass bis ca. 6 kHz der linke Kanal etwas lauter ist, und jenseits der 6 kHz etwas leiser (wobei die 6 kHz jetzt bloß der Kurvenschnittpunkt sind). Kurz gesagt, der eine Kanal fällt zu den Höhen hin schneller ab als der andere.
    Es ist also nicht schlicht der "Gesamtpegel" - und das hört man eben (das sind hier im Beispiel bis zu 6dB !), egal wie man die Balance korrigiert (womit man bildlich nur eine der Kurven komplett nach oben/unten verschiebt).

    Man müsste jetzt "nur" eine Differenzkurve der beiden Einzelkurven bilden, und diese in ein EQ-Preset importieren, das dann auf einen Kanal angewendet wird...

    How to?

    Dafür muss es in diesem hoch technisierten Universum doch eine Lösung geben! Wir waren schließlich auch auf dem Mond!

  3. #3
    Haudegen
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    Standard AW: Durchschnittlichen Frequenzgang links/rechts angleichen ?

    Wenn beide Kanälen identisch wären, würde man dann über Mono sprechen
    I würde ParamEQ vorschlagen

  4. #4
    Haudegen Avatar von Propaganda
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    Standard AW: Durchschnittlichen Frequenzgang links/rechts angleichen ?

    Versuch mal in Audition die "Automatische Phasenkorrektur" (Reparieren).

  5. #5
    Haudegen
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    Standard AW: Durchschnittlichen Frequenzgang links/rechts angleichen ?

    Wenn beide Kanälen identisch wären, würde man dann über Mono sprechen
    FALSCH!
    Die Frequenzanalyse ist die integrale (!) Frequenzverteilung über einen beliebigen langen Zeitraum! Und da sind bei die beiden Stereokanäle bei normalen Musikaufnahmen in 99% der Fälle *ziemlich* identisch - sonst würde sich das "irgendwie komisch seitenlastig" anhören...

    Stelle dir eine "gleichmäßig brummende Fliege" vor, die in sagen wir 3 Sekunden von "ganz links" nach "ganz rechts" durch das Stereo-Panorama fliegt. Das wären dann 3 Sekunden "ziemlich krasses Stereo". Die Frequenzanalyse beider L/R-Kanäle als Integral über die gesamten 3 Sekunden wäre aber exakt gleich!

    -----

    Ich glaube einfach ihr versteht mich nicht ganz. Das Problem habe ich häufiger, dass es eine (recht simple) Problemstellung gibt, und entweder denken die Leute zu komplex, oder ich...

    Ich will auch keine Phasenkorrektur vornehmen - das habe ich beim Digitalisieren der Tapes durch Mono-Abhören mit dem Schraubenzieher an der Azimuth-Schraube des Band-Lesekopfs gemacht
    Auch für den korrekten Pitch habe ich mir ja eine Methode einfallen lassen...

    Hängt euch auch mal nicht an der Sache mit den L/R-Kanälen auf - die lassen sich getrennt bearbeiten.


    Ich formuliere die selbe Problemstellung einfach nochmal anders:

    Angenommen ich hätte irgend ein "Garagenband Underground-Album" (was es nicht bei Spotify gibt) 2x auf CD. Einmal als ziemlich mieses Mastering, und nochmal als besseres Re-Master. Mal angenommen die bessere CD wäre verkratzt und ich könnte nur noch die ersten beiden Titel abspielen, auf der schlechteren aber alle.
    Dann muss es doch möglich sein, anhand der auf BEIDEN vorhandenen ersten 2 Titel den Frequenzgang-Unterschied als EQ-Kurve zu bestimmen, und auf die anderen Titel anzuwenden, damit die genauso klingen, wie auf der besseren Aufnahme.

    Wisst ihr was ich meine?
    Quasi ein Differenz-"Fingerprint" von Aufnahme A und Aufnahme B bestimmen, und den in ein EQ-Preset verwandeln, dass ich auf Aufnahme B anwenden kann, damit sie genauso klingt wie Aufnahme A!

    (GENAU DAS betrifft mein Problem, nur in meinem Fall sind "Aufnahme A" und "Aufnahme B" eben die beiden L/R-Kanäle...)
    Oder nochmal anders formuliert: Bei einem 100%igen Mono-Signal (z.B. Radio-Nachrichten!), das auf beiden Stereo-Kanälen drauf ist (und gleich sein *sollte), weicht nicht nur im Pegel (das wäre schlicht die "Balance") voneinander ab, sondern auch im Frequenzgang (der eine Kanal "ist leicht dumpfer")...und das ganze ist über die komplette Aufnahme KONSTANT!

    Muss ich jetzt 3 Jahre Programmieren lernen, um ein VST-Plugin zu schreiben?
    Geändert von Gubel (21. March 2017 um 21:06 Uhr)

  6. #6
    Erklär-Bär Avatar von LigH
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    Standard AW: Durchschnittlichen Frequenzgang links/rechts angleichen ?

    Das Problem verstehe ich. Ich glaube aber nicht, dass ich eine Lösung kenne.

    Zumindest weiß ich, dass es Rauschunterdrückungsfilter gibt, die es erlauben, einen "Fingerabdruck" des Rauschens zu nehmen und dessen Frequenzgang dann zu drücken. Aber ob dir das bei deinem Problem hilft, da zweifle ich.

    Auf gute Zusammenarbeit:

    REGELN befolgen | SUCHE benutzen | FAQ lesen | STICKIES beachten




  7. #7
    Haudegen
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    Standard AW: Durchschnittlichen Frequenzgang links/rechts angleichen ?

    Zumindest weiß ich, dass es Rauschunterdrückungsfilter gibt, die es erlauben, einen "Fingerabdruck" des Rauschens zu nehmen und dessen Frequenzgang dann zu drücken. Aber ob dir das bei deinem Problem hilft, da zweifle ich.
    Jop! Genau an dieses "Prinzip" habe ich da gedacht!
    "Aufnahme A" und "Aufnahme B" (in meinem Fall den gleichen Bereich der L/R-Kanäle) markieren, Defferenz bilden lassen, und die invertierte Differenzkurve auf den schwächeren Kanal anwenden - Voila!

    (Ein Noise-Print-Filter benutze ich bei Tape-Aufnahme übrigens gar nicht - habe bei Kassettenaufnahmen "aus Gründen" meist noch nicht mal Dolby-NR verwendet. Da ist mir der "episch-kultige Tape-Hiss" lieber als die Artefakte die so ein Filter erzeugt...nur nebenbei)

    Habe mich mal im "Tonstudio-Forum" angemeldet und die Frage gestellt - da wurde mir das hier empfohlen:
    https://www.fabfilter.com/help/pro-q/using/eqmatch

    ...scheint mir ein VST-Plugin zu sein (die funktionieren ja in Audacity), und genau das zu machen, was ich will. Mal testen!

    [Aber hier wissen die Leute da immerhin mehr als im HiFi-Forum (da hatte ich es auch probiert). Die Jungs kennen sich nur noch mit ihren 7.1-Heimkino-Receivern und 4K-Fernsehern aus, und diskutieren über "Voodoo-Kabel" und 500€-teure DACs . Das hat sich in den letzten Jahren schwer verändert. Sogar das VHS-Thema war für die alle "krasses Neuland" - die haben noch mit USB-Grabbern rumgedaddelt...]


    Das wäre es dann mit den zu korrigierenden Tape-Artefakten:
    Was bei VHS z.B. Jitter, Farbverschiebung und Rauschen ist (Gott sei Dank gibt es da nicht auch noch Audio-Probleme!), ist bei MC-Tape Azimuth/Phase, L/R-Frequenzgang und Bandrauschen... - soweit nix neues!

    ...so kann man da nämlich einiges rausholen!

    Der L/R-Unterschied ist ja nicht groß - beim "normalen Hören" fällt das kaum auf. Aber auf Kopfhörer, da macht es einen Wahnsinnig!
    Audio-MC *kann* verdammt gut sein, aber mechanisch ist dieses System halt eine einzige Katastrophe. Von "Ghettoblaster-Billigdeck-Gruselsound" bis hin zu kristallklarem HiFi ist mit dem Standard zumindest ALLES möglich...

    Das sind dann meine letzten "Analog-Unfälle" - die 20 Taschen mit alten Kleinbild Foto-Negativen sind grade beim Digitalisier-Dienstleister, wenn ich die JPEGs habe können die auch endlich in die Tonne...
    Geändert von Gubel (22. March 2017 um 00:06 Uhr)

  8. #8
    Haudegen
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    Standard AW: Durchschnittlichen Frequenzgang links/rechts angleichen ?

    Lade mir das morgen mal runter und schreib wie das klappt...

    Hätte noch ne Anwendung dafür:
    Hab früher gerne "SWR3 Hautnah-Konzerte" mitgeschnitten (in herrlich schrillem Soundprocessing-Matsch). Da hab ich noch ne epische Reamonn-Aufnahme die ich da schon "ganz professionell" per Soundkarte vom Kopfhörerausgang einer 90er AIWA-Plastikanlage abgenommen hatte - mit aktivierter "T-Bass"-Bumsebass-Taste...
    Da die Anlage noch im Keller rumgammelt, kann ich da per Aux-In nochmal nen Sweep-Sinus durchjagen und das damit auch wieder "linearisieren"...

    Die Tapedecks von den Teilen (diese fernsteuerbaren Full-Logic-Dinger) waren gar nicht mal übel und haben auf TDA SA-Tapes durchaus brauchbare Aufnahmen gemacht. Und weil die FM-Tuner ohne Tiefpass-Filter waren, kann man da den 19kHz-Pilotton gut zum "Pitchen" nehmen...
    Audacity, Frequenzanalyse, Exportieren, und mit Excel nach den Werten sortieren - dann den Peak finden (z.B. 19235 kHz), daraus den Korrektur-Faktor berechnen und über die Samplingrate anpassen - perfekt! Dann singen Rea Garvey und Colbie Caillat auch nicht einen halben Halbton zu hoch
    ...das geht mit paar Mausklicks.
    Geändert von Gubel (22. March 2017 um 01:03 Uhr)

  9. #9
    Haudegen
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    Standard AW: Durchschnittlichen Frequenzgang links/rechts angleichen ?

    Hallo!

    Wollte mich nochmal melden:

    Habe das Problem mit dem Filter "Grafikbalance" in Adobe Audition 3.0 (Free-Version) gelöst.
    Damit kann man eine relativ gleiche Stelle analysieren "lernen", und er bildet eine frequenzabhängige Balance-Ausgleichskurve, die sich dann auf die gesamte Aufnahme anwenden lässt:



    Die Funktionen "Erweiterungskurve" und "Phase" habe ich natürlich deaktiviert.

    Klar "mittelt" er damit das Klangbild beider Kanäle, aber das ist völlig OK, dafür ist die Abweichung klein genug.

    Ich bekomme damit jedenfalls genau das korrigiert, was mich so gestört hat...
    Scheinbar hatte das Kenwood KX-3030-Deck was ich verwendet hatte gegen Ende durch das viele Rumschrauben am Azimuth und das Reinigen "leicht einen weg gehabt"...

    Gruß Alex

  10. #10
    Haudegen
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    Standard AW: Durchschnittlichen Frequenzgang links/rechts angleichen ?

    Also ich bin echt Happy dass ich meine alten Recordings so jetzt endgültig retten kann...

    Hier mal ein Beispiel (Radio-Teaser), was mit gutem Tapedeck, korrektem Azimuth, Pitch-Anpassung und Korrektur des L/R-Fehlers so aus einer schrottigen NoName-Billig-Typ1-Kassette von 1999 rauszuholen ist:
    https://mega.nz/#!XFtSFJLa!ZIM_PodvB...gwJgj7DNVKKvSM

    ...finde ich dann doch recht erstaunlich

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